Die Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung e.V. (GTOT) wurde im Juni 2011 als wissenschaftliche Dachorganisation und Interessenvertretung in Istanbul gegründet. In ihren Reihen vereint sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen.
 
Sie beschäftigen sich vor einem philologischen, historischen, sprach-, literatur- kultur- oder sozialwissenschaftlichen Hintergrund mit der Türkei, dem Osmanischen Reich, Zentralasien und dem Kaukasus sowie den Sprachen und Kulturen, der Geschichte und Gegenwart der unterschiedlichen turksprachigen Volksgruppen, Dynastien und Staaten sowie anderer in diesen Staaten lebender ethnischer Gruppen. Die Gesellschaft ist daher interdisziplinär und regionenübergreifend ausgerichtet und dient Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die mit Originalquellen zu diesem Raum und den genannten sprachlich definierten Gruppen arbeiten, als Dachorganisation. Für Studierende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ist die Gesellschaft eine Anlaufstelle und möchte sich zu einem Forum des fachlichen Austausches entwickeln.
 
Das wichtigste Ziel der Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung e.V. ist es, die Forschung über diese facettenreichen und geographisch weitgespannten Gebiete zu fördern und diese wissenschaftspolitisch und in der Öffentlichkeit zu vertreten. GTOT versteht sich als europäische Wissenschaftsplattform.
 
 

Turkologentag 2018

3rd European Convention on Turkic, Ottoman and Turkish Studies

Save the date: September 19-21, Bamberg, Germany

 
 
 

Wissenschaftskooperation und Wissenschaftsfreiheit in schwerem Fahrwasser:

Die Zukunft der Wissenschaftszusammenarbeit mit der Türkei

Podiumsgespräch der Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung e. V. (GTOT) auf dem Deutschen Orientalistentag in Jena (http://www.dot2017.de/)

Termin: Donnerstag, 21. September 2017, 16.30–18.30 Uhr
Ort: Raum SR 113
 

Leitung: Prof. Dr. Ulrike Freitag (Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin)

Teilnehmer/-innen:

Dr. Ulrike Albrecht (Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn)

Dr. Daniel Grütjen (Leiter Istanbul-Büro der Stiftung Mercator)

Prof. Dr. Kader Konuk (Institut für Turkistik, Universität Duisburg-Essen)

Prof. Dr. Raoul Motika (Orient-Institut Istanbul der Max Weber Stiftung)

Thomas Zettler (Deutscher Akademischer Austauschdienst, Bonn)

In den 2000er Jahren hat die wissenschaftliche Kooperation zwischen Deutschland und der Türkei sowohl quantitativ als auch qualitativ enorm zugenommen. Hunderte von Erasmusabkommen, zahlreiche Institutspartnerschaften und etliche gemeinsame Studiengänge sowie die Türkisch-Deutsche Universität sind neben gemeinsamen Forschungsprojekten und deutschen Forschungseinrichtungen in der Türkei nur die augenfälligsten Beispiele dafür. Parallel hierzu errang die türkische Wissenschaft internationale Reputation. In den letzten Jahren, insbesondere nach dem Putschversuch vom Juli 2016, kam es jedoch zu großangelegten politischen Säuberungen in der türkischen Universitätslandschaft, einer wachsenden Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit und zu einer massiven Zentralisierung im türkischen Bildungs- und Wissenschaftssystem. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben infolge dieser Zustände das Land verlassen und versuchen nun, sich in Deutschland und anderswo zumindest vorübergehend ein Leben aufzubauen und wissenschaftlich tätig zu sein. Diese Entwicklungen sind nicht nur destruktiv für die türkische Wissenschaftslandschaft und vernichten die Existenz vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern haben auch Konsequenzen für die wissenschaftliche Kooperation zwischen der Türkei und Deutschland.

Die Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung e. V. (GTOT) will mit dem geplanten Podiumsgespräch eine Diskussion über Formen möglicher Kooperationen unter diesen Vorzeichen anstoßen. Dazu wurden Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen und Organisationen eingeladen, die seit Jahren mit der türkischen Wissenschaft kooperieren und die sich auch um die Unterstützung verfolgter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bemühen.

 

 

 
 
Kurzbericht Turkologentag 2016                                                              Akademische Freiheit in der Türkei